2. Düsser Geflügeltage

Düsser Geflügeltage 2010

Düsser Geflügeltage 2010

Düsser Geflügeltage 2010

In der EU und somit auch in Deutschland nimmt der Verbraucherschutz einen überaus hohen Stellenwert ein. Um gemäß der Maxime „Gesunde und sichere Lebensmittel“, von der Primärproduktion über alle Verarbeitungsstufen hinweg, bis hin zum Lebensmittelgeschäft zu gewährleisten, wurde in den vergangenen Jahren ein umfangreiches EU-Hygienepaket verabschiedet, welches das Lebensmittelrecht, die Zoonosen-Verordnung und die deutsche Salmonellenverordnung intensiv miteinander verzahnt.

Dabei geht es vornehmlich darum, mit Hilfe umfangreicher Eigenkontrollen in Verbindung mit amtlichen Kontrollen, auf allen Stufen der beteiligten Lebensmittelunternehmer, mögliche Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und aus dem Erzeugungsprozess zu verbannen. Dennoch ist es nicht abzustreiten, dass einerseits von unseren Verbrauchern zunehmend extensive Haltungssysteme gefordert werden, andererseits aber durch die gültigen Gesetze, erhebliche Hygieneanforderungen an die tierische Erzeugung gestellt werden, die einer Intensivstation im Krankenhaus gleichkommen.
Insofern ist es ein schwieriges Unterfangen für den Geflügelhalter, ihre Geflügelställe, in denen die Tiere intensiv mit ihrer Einstreu, ihren Exkrementen und auch untereinander in Kontakt kommen, eine keimarme Stallumwelt zu schaffen. Die Vorgaben der Zoonosen-Verordnung und der Salmonellen-Verordnung stecken jedoch diesbezüglich einen sehr engen Rahmen, mit hohen Anforderungen an die Geflügel haltenden Betriebe, um eine Keimreduzierung zu erreichen und, um deren möglicherweise krankmachenden Auswirkungen auf die Menschen zu verhindern.
Wird man diesen Vorgaben nicht gerecht, werden Vermarktungsverbote ausgesprochen, die ein durchaus Existenz bedrohendes Ausmaß für die betroffenen Betriebe annehmen können.
Zweifellos ist natürlich auch jedem Geflügelhalter daran gelegen, krankmachende Keime und Seuchen von seinem Bestand fernzuhalten, um die Tiergesundheit zu erhalten und die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden seiner Tiere zu unterstützen. Betrieblicher Erfolg erfordert die konsequente Vermeidung von Tierseuchen und Infektionskrankheiten und dazu werden auf einzelbetrieblicher Ebene, gezielte Hygienemaßnahmen und deren Abwicklung nach einem strikt einzuhaltenden Plan, erforderlich.

Die zweiten Düsser Geflügeltage sollen dazu dienen, die umfangreichen Möglichkeiten zur Optimierung der Betriebshygiene vorzustellen. Dabei geht es in erster Linie darum, die vielzähligen großen und kleinen Eintrittspforten des Keimeintrages zu lokalisieren und diese, mit systematisch abgestimmten Hygienekonzepten und den passenden Hilfsmitteln und Gerätschaften zu schließen.
Über 30 namhafte Firmen werden sich an dieser Ausstellung beteiligen, die sich auf vielfältiger Ebene den Fragen der Betriebshygiene widmen und diesbezüglich Rede und Antwort stehen werden.

Um die Teilnehmer und Besucher dieser Ausstellung in dieses Schwerpunktthema „Betriebshygiene optimieren, Tiergesundheit stärken“ einzustimmen, wird Herr Dr. Michael Lüke von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen das erste Impulsreferat mit dem Thema „Keine Kompromisse bei der Zoonosenabwehr!“ halten. Dabei wird Herr Dr. Lüke insbesondere auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen der EU-Zoonosen-Verordnung, als auch auf die deutsche Salmonellen-Verordnung eingehen, um klipp und klar aufzuzeigen, welche Zielvorgaben der Geflügelhalter einhalten muss, damit seine Produkte ohne Probleme zu vermarkten sind. Er wird auch näher darauf eingehen, welche Eigenkontrollen regelmäßig durchgeführt und dokumentiert werden müssen. Letztlich wird er auch die Konsequenzen aufzeigen, was passiert, wenn die Zielvorgaben nicht erreicht werden.
Herr Dr. Lüke wird die möglichen Einschleppungswege erörtern und Vermeidungsstrategien ansprechen. Der Besuch der Ausstellung erlaubt anschließend, die Detailfragen im Gespräch mit den Ausstellungsfirmen fachdienlich zu klären.

Das zweite Impulsreferat mit dem Thema „Welches sind die größten Schwachstellen bei der Betriebshygiene?“ soll uns vor Augen führen, wo im Rahmen des Tagesgeschäftes eventuell noch Fehler gemacht werden, Keimeintrittsquellen noch gar nicht exakt lokalisiert wurden, oder uns die Art und Weise der Verschleppung kaum bewusst ist.

Dieses Referat hat Dr. Barbara Grabkowski vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Universität Vechta übernommen. Zu dieser Thematik hat Frau Dr. Grabkowski im Rahmen ihrer Dissertation ein umfangreiches Fachwissen auch länderübergreifend zusammengetragen, deren Ziel es ist, aus den Erkenntnissen eine erfolgreiche Tierseuchen- und Zoonosenabwehr zu entwickeln.
Wir wünschen uns, dass die Fachvorträge in Verbindung mit der Ausstellung dazu beitragen können, den Blick für die Details zu schärfen, um eine nachhaltige und hochwertige Erzeugung auf unseren Höfen zu stärken und zu fördern.

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